Das Buch als PR-Instrument?
Wenn die Firmenchronik oder die Geschichte der Marke anschaulich und lebendig dargestellt werden sollen, ist das Buch ein passendes Format. Man kann es anfassen, es ist hochwertig und vermittelt, dass sich jemand intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt hat. Ein Buch ist zudem langlebig, denn im Gegensatz zur Zeitung oder zum Flyer werfen die meisten von uns Bücher ungerne weg. Und es ist ein schönes Geschenk, das man anlässlich des Jubiläums Kunden, Multiplikatoren und Mitarbeitern schenken kann. Doch wie packe ich es an? Ein paar Ratschläge:
1. Früh beginnen!
Klar, die Endproduktion eines 200-Seiten starken Buches lässt sich heute locker in ein bis zwei Monaten stemmen. Voraussetzung ist aber, dass das Konzept steht und alle Textarten festliegen, die Bildrecherche beendet ist und nur noch Schlussredaktion und Layout anstehen. Fangen Sie aber bei null an, dürfen Sie gut und gerne sechs bis zwölf Monate Vorlaufzeit einkalkulieren. Vor alle Dingen dann, wenn Ihre Firmenchronik noch nicht umfassend recherchiert und dokumentiert ist.
2. Interdisziplinäres Redaktions-Team
Soll Ihr Buch nicht nur am grünen Marketingtisch entwickelt werden, sondern möglichst viele Sichtweisen berücksichtigen, empfiehlt es sich, ein Redaktionsteam zu bilden, das mit Vertretern aus Abteilungen quer durchs Unternehmen besetzt ist. Je nach Größe und Struktur Ihres Unternehmens oder Ihrer Institution können Sie mit einem Kern- (max. 6 Personen) und einem erweiterten Redaktionsteam arbeiten.
2. Idee, Konzept, Ziele und Rahmendaten festlegen
Was wollen Sie mit dem Buch erreichen? Wie ist es aufgebaut? Belassen Sie es bei der Rückschau oder blicken Sie auch in die Zukunft. Welche Themen werden bespielt, welche Textformate bieten sich an? Wie soll das Buch aussehen? In der Startphase hilft es, einen Ideen-Workshop durchzuführen und sich andere Bücher anzuschauen. Binden Sie einen Experten ein, der sein Know-how einbringt und bei der Entscheidungsfindung behilflich ist.
3. Externe einbinden
Zu bestimmten Themen empfiehlt es sich, Gastautoren zu beauftragen, beispielsweise einen Historiker, der die Unternehmensgeschichte im Kontext der Stadtgeschichte beleuchtet, oder einen Vertreter des Berufsverbandes, der einen allgemeinen Blick auf die Branche wirft. Das können aber auch ein Wissenschaftler oder ein Zukunftsforscher sein, die spezielle Aspekte beleuchten. Forschen Sie in ihrem Netzwerk nach geeigneten Personen und Themen.
3. Klare Vorgaben und Deadlines
Wollen Sie unnötige Absprachen und Diskussionsrunden vermeiden, sind klare Ansagen gefordert. Briefen Sie ihre internen und externen Zu- und Mitarbeiter von Beginn an so exakt wie möglich: welche Art Fotos sind gefordert, wie werden sie archiviert, bis wann muss der Text vorliegen, welche Fragen sollte er beantworten, welche Länge darf er haben … und behalten Sie sich auch bei Fremdautoren das Recht der Schlussredaktion vor.
4. Gestaltung, Umschlag, Format
Der Einband soll zum Aufschlagen verführen und auf den Inhalt Appetit machen. Planen Sie genügend Zeit und Raum für die Gestaltung ein, engagieren sie einen erfahrenen Grafiker und Illustrator. Ihr Jubiläumsbuch steht und fällt mir der Fotoqualität. Klar, gerade bei historischen Aufnahmen müssen Zugeständnisse an die Qualität gemacht werden. Doch weniger ist auch hier manchmal mehr. Spielen Sie mit den Formaten und nutzen Sie die gesamte Bandbreite an Papierqualitäten und Möglichkeiten der Druckveredelung aus. Damit ein individuelles Buch entsteht – so einzigartig wie Ihr Unternehmen oder Ihre Institution.
5. Kommunikations-Mix
Klar so ein Buch macht viel Arbeit und kostet Zeit. Doch der Aufwand lohnt sich, zumal sich viele Recherchen auch in anderen Formaten zweitverwerten lassen: z.b. Zeitzeugeninterviews als Serie in der Presse, die Firmenchronik als Zeitstrahl animiert auf der Internetseite, Foto- und Tonaufnahmen als Audio-Slideshows auf der homepage.
PS: Hätten Sie´s gewusst? Laut Unesco-Definition sind Bücher nichtperiodische Publikationen mit einem Umfang von mindestens 49 Seiten.